Samstag, 15. November 2014

Das kann nicht das Ende sein

Anfang August wurde mir in der Tierklinik gesagt, dass sie nichts mehr für Loona tun können. Wir können sie mit heim nehmen bis es ihr schlecht geht und dann müsse man sie erlösen.

Hier mal ein paar Bilder von ihrem stationären Aufenthalt in der Tierklinik:





Nachdem der erste Schock vorüber war, war für mich klar, dass es für Loona einfach noch nicht Zeit ist zu gehen. Ich hab sie angesehen und wusste das. Deswegen wollte ich unbedingt eine zweite Meinung einholen. Durch Internetrecherche bin ich drauf gekommen, dass es in Wien einen Spezialisten für Nierenkrankheiten bei Katzen gibt, nämlich die Tierarztpraxis Liechtensteinstraße (klick).

Ich hab gleich angerufen und gehofft noch in der selben Woche einen Termin zu bekommen. Als ich den Ernst der Lage erklärt hatte, hab ich noch am selben Tag einen Termin bekommen. Allein das hat mich schon gefreut. Wir haben alle Befunde aus der Tierklinik mitgebracht.

Betreut wurden wir von Dr. Fastl. Da das letzte Blutbild schon einige Tage alt war, hat Dr. Fastl ein großes Blutbild gemacht. Um sich die Nieren genau anzusehen, hat er einen Ultraschall gemacht. Danach meine er, dass Loonas Nieren keine sichtbaren Schäden haben. Er hat auch die Blase punktiert um Harn zu entnehmen um zu sehen, ob sie vielleicht eine Blasen- oder Nierenbeckenentzündung hat. Auch das kann zu erhöhten Nierenwerten führen.

Der Nierenwert lag bei 4,7. Wir waren erschrocken, doch Dr. Fastl nicht so sehr. Er meinte, dass Loonas Allgemeinzustand so gut ist, dass an Einschläfern momentan nicht zu denken ist. Ich war soooo erleichtert.
Loona hat eine subkutane Infusion bekommen und für zu Hause hab ich Tabletten gegen die Übelkeit bekommen. Dr Fastl sagte, dass sie die Infusionen vorerst jeden dritten Tag bekommen sollte. Gut, also jeden dritten Tag zum Tierarzt.

Im Laufe der nächsten Tage musste ich öfters assistenzfütern (den Audruck "zwangsernähren" versuche ich zu vermeiden, das klingt so brutal). Den Tiefpunkt erreichte Loona, als das Kreatinin auf 7,0 geklettert ist.

Ich wollte nicht weiterhin jeden dritten Tag in die Praxis kommen, da es erstens für Loona ein wahnsinniger Stress war und außerdem finanziell sehr belastend. Dr. Fastl meinte, dass ich ihr die Infusionen auch selbst geben könnte. Er zeigte es mir und ich probierte es gleich in der Praxis. Die Hemmschwelle war groß, aber ich hab es geschafft.

Zusätzlich bekam ich Tabletten gegen Bluthochdruck mit. Denn auch zu hoher Blutdruck kann die Nierenwerte verschlechtern.

Zu hause klappte es mit den Infusionen einigermaßen gut. Auch zu fressen hat Loona wieder begonnen. Sie war von der Art her so wie immer. Das spiegelte sich auch im Nierenwert wieder. Er ging runter auf 5,0. Zwei Wochen später war er dann wieder auf 6,0. Doch auch da meinte Dr. Fastl, dass es nicht tragisch ist, da sich der Wert scheinbar einpendelt und Loonas Verfassung gut ist. Einen ganz wichtigen Satz sagte er, der mir immer wieder Mut gemacht hat:

Wir behandeln nicht den Blutwert, wir behandeln die Katze

So lange es Loona so gut geht, kann der Nierenwert noch so hoch sein. Wichtig ist ihr Allgemeinzustand. Und der war durchwegs gut.

Einmal ging es ihr nicht so gut. Sie war träge, appetitlos, begann wieder sich zu verstecken, weniger zu fressen. Dr. Fastl machte ein Blutbild: Loona war sehr stark anämisch. Ihr Hämatokrit war bei 21%. Der Normalbereich beginnt glaub ich bei 27%. Der Arzt meinte, dass er ihr ein Hormon spritzt (Epo), das die Bildung von roten Blutkörperchen anregt. Dieses Hormon würde normalerweise in der Niere produziert werden, doch aufgrund des hohen Nierenwertes kommt es da zu Problemen. 
Zusätzlich spritzte er ihr ein Eisenpräparat und ein appetitanregendes Medikament.

Zu Hause ging es mit Infusionen wie gehabt weiter.

So fährt Loona übrigens am liebsten Auto:



Es ging ihr immer besser und sie war in meinen Augen wieder ganz die alte. Ich hab es ihr nicht angemerkt, dass sie krank ist. Und ich hab mittlerweile einen "Loona-Blick". Ich weiß mittlerweile ohne Blutbild wann sie "Epo" braucht und wann nicht. ich erkenne mittlerweile wirklich sehr viele Kleinigkeiten. Ich denke, dass das im Laufe der Behandlung am Wichtigsten ist: Beobachten, beobachten, beobachten! Nur so kann man minimale Veränderungen rasch erkennen und dagegen wirken. 

Ich habe zB Loonas Futtermenge gewogen und notiert. So habe ich sofort gemerkt, wenn es weniger wurde. Das war ja wiederum ein Zeichen dafür, dass das Hormon langsam weniger wurde und/oder der Nierenwert wieder gestiegen ist.

Aber im Großen und Ganzen ging es ihr gut und der Nierenwert pendelte sich zwischen 5 und 6 ein.

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